Drei von vielen
Regie: Jürgen Böttcher / Künstlerportrait / DDR 1961 / 34 Minuten
Sprecher: Manfred Krug
"Drei von vielen“ ist einer der ersten Dokumentarfilme der DEFA, der nicht aufgeführt wurde. Drei Freunde stellt Böttcher vor; junge Arbeiter, die bei ihm Kunstunterricht nehmen. Sie mögen Jazz, ihre Arbeit und die Malerei. Die drei jungen Dresdner sind ganz im Sinne der Forderungen von Bitterfeld zugleich Arbeiter und Künstler. Und doch ist bei ihnen alles anders.
Der Arbeiter, der zugleich auch künstlerisch tätig ist, ist ein altes marxistisches Ideal und entspricht ganz den Forderungen der Bitterfelder Konferenz. Wenn der Film trotzdem Misstrauen erregte, war das nicht nur der allgemeinen Verunsicherung dieser Zeit geschuldet. Ein eigener, neuer Ton liegt über diesem Film. In einer Zeit der pathetischen Erklärungen fällt seine Sachlichkeit und subtile Einfachheit auf. Jazz statt Beethoven, eine Ahnung von Künstlerleben anstelle hehrer Arbeitergestalten. Und Böttchers Freunde sind Individualisten, junge Künstler, die fröhlich und unabhängig von offiziellen Vorstellungen nach ihren eigenen Normen leben. Was die Abnahmekommission zweifeln ließ, macht den Film noch heute zu einem Erlebnis. Und was sie übersah, die Hoffnung auf das Neue einer sozialistischen Welt, macht ihn zu einem wichtigen Zeitdokument. Die Uraufführung fand mehr als ein Vierteljahrhundert später, im Jahr 1988, in Edinburgh statt.
Verwandlungen 1 - 3
Frau am Klavichord / Potters Stier / Venus nach Giorgione
Regie: Jürgen Böttcher / Animation / DDR 1981 / 54 Minuten
Strawalde-Studien "Frau am Klavichord“, "Potters Stier“ und "Venus nach Giorgione“. Seit Jahren übermalt Jürgen Böttcher Kunstpostkarten, häufig trägt er eine Auswahl dieser kleinen Werke bei sich. Aus den Karten, aus der Arbeit an ihnen entsteht ein lebendiges Bild, eine neue Dimension. Wie ein Zauberer tritt er selbst vor die Kamera, zeigt spielerisch seine Karten, dann sehen wir nur noch den Pinsel, der mit schnellen Strichen die vertrauten Bilder verwandelt. Er hebt Details hervor, lässt anderes unter schwarzen Strichen verschwinden, immer neue Bilder entstehen aus den alten. Ein lustvolles Spiel mit der Kunst, ein Spiel mit der Wirklichkeit, die sich plötzlich als wandelbares, flüchtiges Element erweist.
Kurzer Besuch bei Herrmann Glöckner
Regie: Jürgen Böttcher / Künstlerportrait / DDR 1984 / 32 Minuten
Ein Besuch unter Kollegen: der Maler hinter der Kamera besucht den 96jährigen Dresdner Kollegen Hermann Glöckner in seinem Atelier. Glöckner zeigt Böttcher seine Arbeiten, zeigt, wie er arbeitet und scheint dabei die Anwesenheit der Kamera zu vergessen.
Beginn: 21.00 Uhr (Aufführung mit Pausen)
Programmpartner: Progress Filmverleih
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